Ottweiler, 14.10.2014, von Marco Dahm, Alexander Bohlen

THW und DRK proben den Ernstfall

Am Samstag, den 20.09.2014, alarmierten die digitalen Funkempfänger um 14.00 Uhr die Helfer der THW- Ortsverbände Illingen und Saarbrücken sowie der DRK- Ortsvereine Illingen und Wemmetsweiler zur diesjährigen 24- Stunden- Übung...

Abseilen einer verletzten Person

Am Samstag, den 20.09.2014, alarmierten die digitalen Funkempfänger um 14.00 Uhr die Helfer der THW- Ortsverbände Illingen und Saarbrücken sowie der DRK- Ortsvereine Illingen und Wemmetsweiler zur diesjährigen 24- Stunden-Übung.

Die Kooperation zwischen den THW- Ortsverbänden und dem örtlichen DRK hat sich, genauso wie die Einbindung unserer Jugendgruppe in die Übung, bereits seit Jahren etabliert und wurde auch diese Jahr erfolgreich fortgesetzt.

Eine Besonderheit stellte in diesem Jahr der Einsatz der sog. Realistischen Unfalldarstellung (RUD) des DRK dar, die aufgrund ihrer besonderen Schmink- und schauspielerischen Kenntnisse manchen Helfer zeitweise überlegen ließen, ob es sich um eine Übung oder einen Ernstfall handelt.

Nach der Begrüßung der Junghelfer und der aktiven Helfer wurden diese in Gruppen eingeteilt und den verschiedenen Fahrzeugen zugeordnet.

Das Übungsareal für die Bergungsgruppen B1 befand sich dieses Jahr im ehemaligen Steinbruch oberhalb der Kompostieranlage der Stadt Ottweiler an der B 420, das der Wasserschaden-Pumpen-Gruppe und der Bergungsgruppen B2 am Wingertsweiher.

Gegen 14:35 Uhr rückten die Illinger Helfer mit Sonderrechten nach Ottweiler aus; zeitversetzt machten sich vorher die Helfer des DRK und die Helfer des THW-Ortsverbandes Saarbrücken ebenfalls auf den Weg, um ein fast zeitgleiches Eintreffen der Mannschaften am Übungsort gewährleisten zu können.

Bereits die Anfahrt enthielt einen Spezialeffekt, der von den Führungskräften jedoch schnell gelöst und umgangen wurde: Just zum Zeitpunkt der Anfahrt, waren etliche Straßen in Ottweiler durch einen zur gleichen Zeit stattfindenden Volkslauf gesperrt.

Gegen 15:00 Uhr erreichten dann alle Gruppen ihr Einsatzgebiet.

Die Bergungsgruppen des THW wurden durch den Einsatzleiter des DRK, Daniel Fischer, in die Örtlichkeiten eingewiesen. Nach der gemeinsamen Erkundung des extrem unwegsamen Geländes stellten sich die folgenden Aufgaben: 4 von der Abteilung Realistische Unfalldarstellung des DRK Quierschied sehr realitätsnah geschminkte Verletzte wiesen alle gängigen Verletzungen wie Kopfplatzwunden, Hautabschürfungen, Wirbelsäulentrauma, Schockzustände und Oberschenkel- und Schulterverletzungen auf.

Um eine Erstversorgung der Verletzten durch die Helfer des DRK überhaupt erst gewährleisten zu können, wurden durch das THW diverse Zugänge mittels Leiteraufstiegen und Leinensicherungen hergestellt. Nachdem die Verletzten transportfähig waren, wurden diese dann gemeinsam durch die beiden Hilfsorganisationen über Leitergänge und eine Seilbahn zu den auf dem Radweg neben der B 420 bereitstehenden Rettungswagen transportiert. Hier verlangten das Gelände und die schwüle Witterung einiges von den Helfern ab.

Doch es blieb nicht bei der Bergung von 4 Verletzten: Ein sich im Gelände befindlicher Geocatcher stürzte beim Beobachten der Rettungsmaßnahmen eine ca. 15 m tiefe Felswand hinab und blieb in mittlerer Höhe hängen. Die Höhenrettungsgruppe des THW Saarbrücken seilte sich von oben zu dem Verunglückten hinab und rettete diesen aus seiner misslichen Lage.

Nachdem die Helfer bereits 2 Stunden Verletzte landauf- und landab transportiert hatten, erreichte die Gruppen der Notruf, dass 2 Personen bei Forstarbeiten in einem nahegelegenen Waldstück verunglückt seien. Aufgrund des Schockzustands der meldenden Person, gab es keine exakte Ortsangabe, so dass das Waldstück erst erkundet werden musste.

Die beiden aufgefundenen Personen hatten ein Schädel-Hirn-Trauma mit einer Kopfplatzwunde und eine Schnittverletzung durch eine Kettensäge im Bereich des Unterschenkels. Auch diese Verletzten mussten den sehr langen Transportweg zu den Rettungswagen in einer Schleifkorbtrage und über eine Seilbahnfahrt antreten.

Gegen 19:00 Uhr war dieses Übungsszenario dann beendet und die beteiligten Helfer durften sich beim Abendessen stärken, bevor sie die nächste Aufgabe erwartete.

Während im ehemaligen Steinbruch die Personenrettung im Vordergrund stand, befasste sich am Wingertsweiler die Wasserschaden-Pumpen-Gruppe und die Bergungsgruppe B2 aus Illingen mit der Wasserförderung über lange Wegstrecken hinweg.

Zusammen mit der Jugendgruppe wurde unsere Hochleistungspumpe mit einer Leistung von 5.000 l/min und 2 Schlauchleitungen des Durchmessers 150 mm, jede ca. 200 m lang, aufgebaut. Das damit geförderte Wasser mündete in 2 Pufferbecken mit je einem Fassungsvermögen von 3.000 l, von welchen aus das Wasser dann wieder mittels Tauchpumpen in den Weiher gepumpt wurde.

Nach der Installation wurden die Pumpen so abgestimmt, dass stets ein konstanter Förderstrom erreicht werden sollte.

Dieses Ziel wurde von den Gruppen in der vorgegebenen Zeit erreicht, bevor die komplette Förderstrecke noch mittels Halogenstrahlern und Notstromaggregaten ausgeleuchtet wurde.

Diese Arbeiten waren als Vorbereitung auf die in der Nacht noch abzuarbeitenden Aufgaben gedacht.

Für die beiden Bergungsgruppen ging es nach der Pause gegen 21:30 Uhr nach Remmesweiler, wo auf dem Gelände einer Baufirma 840 Sandsäcke gefüllt werden mussten. Diese wurden in der Rekordzeit von 2 Stunden gefüllt, auf Paletten gesetzt und auf LKW geladen.

Die Sandsäcke wurden danach zum Deich des Wingertsweihers gefahren, um eine Deicherhöhung zu simulieren. Die Deicherhöhung wurde in 2 Varianten geübt: einmal als klassischer Sandsackwall und zum anderen als Palettendamm, bei dem handelsübliche Holzpaletten gegeneinander verstrebt und mit einer Plane überspannt werden.

Das gesamte Bauwerk, das eine Länge von ca. 90 m aufwies, verlangte den Helfern alles ab, da diese nunmehr schon über 12 Stunden unermüdlich im Einsatz waren, bis die Deicherhöhung fertig gestellt war.

In der restlichen Nacht wurde das Pegelpumpen simuliert.

Nachdem die Gruppen in der Nacht lediglich auf max. 4 Stunden Schlaf kamen, wurde gegen 10:00 Uhr am Sonntagmorgen mit dem Rückbau begonnen.

Während diesen Abbauarbeiten zeigten viele Passanten, Wanderer und Jogger ein hohes Interesse an den Arbeiten und der Ausstattung, da sie diese größtenteils nur aufgrund des Hochwassers 2013 aus den Medien kannten.

Leider war der Wettergott nur bis in die frühen Nachmittagsstunden ein Freund der Helfer, da es dann wie aus Eimern heftig und bis zum Ende der Übung zu regnen begann.

Komplett durchnässt, aber glücklich alle gestellten Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit und im Zeitplan erfüllt zu haben, beendeten die Helfer gegen 16:00 Uhr am Sonntag die diesjährige 24-Stunden-Übung, nachdem die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt wurde.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Michael Schwarz von der Fa. Garten- und Landschaftsbau Michael Schwarz in Hüttigweiler für die Bereitstellung eines Tiefladers, des Firmengeländes inkl. Radlader für die Füllung der Sandsäcke, Herrn Michael Barrois und Herrn Michael Haut von der Fa. Raab Karcher in Illingen für die kostenlose Zurverfügungstellung und Verladung der erforderlichen Holzpaletten, den DRK-Ortsvereinen Illingen, Wemmetsweiler und Quierschied für die Mitarbeit bei der Planung und Teilnahme an der Übung und die Bereitstellung von Verletztendarstellern, den Kameraden des THW Saarbrücken für die Mitwirkung bei der Übung, der THW Jugend Illingen unter der Leitung von Christine Bohnenberger, Björn Bohnenberger und Marco Dahm, die für die Planung und Durchführung der 24-Stunden-Übung verantwortlich waren.

Alles in allem waren an der Übung 64 aktive Helfer und Junghelfer beteiligt.

Des weiteren danken wir allen anderen Helfern aus dem Ortsverband und der Helfervereinigung, die ebenfalls an der Planung, Realisierung und dem reibungslosen und erfolgreichen Ablauf dieser Übung Anteil hatten.


  • Abseilen einer verletzten Person

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